Erinnerung sichtbar gemacht: weitere Stolpersteine sollen in Arnsberg verlegt werden
Die Stiftung der Sparkasse Arnsberg-Sundern unterstützt die Verlegung von weiteren Stolpersteinen in Arnsberg mit 8.000 Euro – zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus
An zahlreichen Orten in der Stadt Arnsberg wird an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Eine besondere Form der Erinnerung ist die Verlegung von so genannten Stolpersteinen durch den Künstler Gunter Demnig. Geplant ist, dass der in Berlin geborene Künstler erneut in Arnsberg zu Gast sein wird, um weitere Stolpersteine zur Erinnerung an getötete Jüdinnen und Juden aus der Stadt Arnsberg persönlich zu verlegen. In den Stadtteilen Oeventrop, Arnsberg, Hüsten und Neheim sollen dabei zunächst insgesamt 19 Stolpersteine gesetzt werden.
„Diese Steine mahnen, nie zu vergessen, wohin Ausgrenzung und Hass führen können“, sagte Petra Schmitz-Hermes von der Stiftung der Sparkasse Arnsberg-Sundern. „Unsere Stiftung und unsere heimische Sparkasse fühlen sich nicht nur der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt verpflichtet. Deshalb ist es uns wichtig, lokale Erinne-rungsprojekte wie dieses zu unterstützen.“
Zum Hintergrund:
Vor vielen Jahren, am 14. August 2010, hatte Gunter Demnig bereits Stolpersteine in der Stadt verlegt. Es war damals beabsichtigt, weitere folgen zu lassen. In den Folgejahren wurden zahlreiche neue Erkenntnisse über Juden unserer Stadt gewonnen. So ließ sich auch das bis dahin unbekannte Schicksal der 1935 in Arnsberg geborenen Edith Grüneberg aufklären. Sie wurde 1942 im Alter von sieben Jahren deportiert und im Vernichtungslager Maly Trostinez bei Minsk (Belarus) ermordet. Das Arnsberger Stadt- und Landständearchiv unterstützte intensiv die Recherchen einer Arbeitsgruppe (mit Peter Kleine, Reiner Ahlborn und Michael Gosmann). Diese fand kompetente Verstärkung durch Monika Nückel, Alicia Sommer, Karl Georg Wunschansky, Bernd Rahmann, Helmut Melchert, Rupert Schulte, Torsten Kapteiner und Ludwig Hoppe. Dadurch konnten inzwischen die Schicksale von (Stand heute) 46 Opfern aus der heutigen Stadt Arnsberg geklärt werden.
46 Opfer-Schicksale geklärt
Auf Anregung des Heimatbundes Neheim-Hüsten stellten der Arnsberger Heimatbund, der Heimatkreis Freiheit Hüsten sowie der Arbeitskreis Ortsgeschichte Oeventrop am 16. Februar 2025 gemeinsam einen Bürgerantrag zur Bewerbung um die Verlegung neuer Stolpersteine sowie zur Umsetzung weiterer Maßnahmen, die an die Ermordung jüdischer Mitbürger:innen aus Arnsberg erinnern sollen. Am 27. März 2025 wurde dieser Antrag vom Haupt- und Finanzausschuss des Arnsberger Stadtrates beraten und einstimmig angenommen. Einen wesentlichen Anteil an der Finanzierung des Projektes hatte die Stiftung der Sparkasse Arnsberg-Sundern.